Der Nikolaus im Sudetenland

Ich zog durch das Sudetenland,
wo ich sonst immer Deutsche fand.
Doch wo ich ging, wohin ich schaute,
ich hörte keine deutschen Laute …
Im Böhmerwald war’s stumm und still –
ein eigenartiges Gefühl !
Ich war in Brünn, in Neutitschein,
wo mochten nur die Deutschen sein?
In Iglau, Olmütz, Trautenau
vergeblich ich nach Deutschen schau‘.
In Teplitz, Aussig, Bodenbach
ging ich vergebens ihnen nach.
Wollt Bergleut‘ finden ich in Brüx,
fand nur ein Riesenloch, sonst nix.
Bin auf die Höhen dann gestiegen,
sah Berg und Täler vor mir liegen:
den Borschen und den Millischauer
umhüllten Wolken voller Trauer…
Vom Keilberg bis ins Egertal,
mein Schauen wurde mir zur Qual.
In Komotau, in Karlsbad,
das deutsche Wort gefehlt mir hat.
In Duppau und in Lauterbach,
die Städt’ planiert mit roh‘ Gewalt.
In Schlaggenwald im Egerland
hab‘ Stadt und Leut‘ nicht mehr erkannt.
Verlass’ne Landschaft ringsumher,
die trauten Dörfer gab’s nicht mehr.
Stift Tepl hatte ich im Sinn –
die Mönche fort, wer weiß wohin.
An Falkenau und Kulm entlang,
am Wallfahrtsweg führt‘ mich mein Gang
Der Geigenkauf in Graslitz dort
mißlang, ich war enttäuscht vom Ort.
Ich lief in Egers Marktplatz rum,
die Kirchenglocken blieben stumm,
zog nach Marienbad und auch nach Plan,
doch traf ich keine Deutschen an.
Ich eilte weiter, kreuz und quer.
Wo kamen nur die Fremden her?
Die Sprache konnt‘ ich nicht versteh’n.
Was war in diesem Land gescheh’n?
Gar viele Häuser standen leer,
verfallen wohl noch mehr.
Wohin mich lenken meine Schritte,
wo gab es noch die deutsche Sitte?
Mich hat’s nach Reichenberg verschlagen,
dort wollt ich nach den Deutschen fragen.
Hab‘ mich in Gablonz umgeschaut:
Kein deutsches Wort, vertrauter Laut.
Vom Jeschken kam ich dann sogleich
in Berggeist Rübezahls Bereich.
Und als ich auf der „Koppe“ stand,
er auf mein Rufen zu mir fand.
„Die Deutschen“, sprach der alte Herr,
„gibt’s im Sudetenland nicht mehr.
Wer nicht erschlagen, wurd‘ vertrieben,
nur ich bin hier zurückgeblieben.
Unsterblich, wie die Zeit beweist,
verbleib‘ ich da als deutscher Geist
und warte drauf, bis wieder mal
man deutsch mich ruft: ‚Herr Rübezahl!‚„.
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Danke Victor Gollancz !

Zum 50. Todestag des britisch-jüdischen Humanisten und Verlegers Victor Gollancz
 gollancz-portrait
Victor Gollancz wurde am 9. April 1893 in London geboren. Aus Witkowo bei Gnesen in der preußischen Provinz Posen waren sein Großeltern Mitte des 19. Jh. nach London ausgewandert. Die Familie lebte nach jüdisch-orthodoxer Tradition, aus der er sich langsam löste und Philologie studierte. Im 1. Wk. meldete er sich freiwillig zur Armee, mußte aber wegen seiner schlechten Augen aus dem Dienst ausscheiden und arbeitete zunächst als Lehrer. Nach den Erfahrungen des Krieges engagierte er sich für sozialistische Ideale. Auch kritisierte er den sogenannten Friedensvertrag von Versailles.

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Der Faustschlag von Lugano

Die Tagung des Völkerbundrates vom 15. Dezember 1928.
Stresemann

Reichsaußenminister Dr. Gustav Stresemann setzte sich energisch für die Rechte der deutschen Minderheit in Polen ein.

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Der Kampf der deutschen Wehrmacht und der Waffen-SS zur Rettung deutscher Flüchtlinge vor der Sowjetarmee zu Kriegsende 1945

Gedenke
Spätestens seit Nemmersdorf wußte der deutsche Soldat auch, weshalb er im Osten auch dann noch kämpfte, wenn er den Krieg verloren gab. Es mußte aus seiner Sicht alles getan werden, um die Flucht der deutschen Bevölkerung aus den vom sowjetischen Einmarsch bedrohten Gebieten zu ermöglichen oder Brückenköpfe an der Ostsee zu verteidigen, um die dort von einer Landverbindung zum Westen abgeschnittenen Zivilisten soweit wie möglich über See zu evakuieren. Das konnte angesichts der sowjetischen Übermacht trotz aller Tapferkeit nur zum Teil gelingen, aber der aufopfernde Kampf deutscher Truppen an der Ostfront hat Unzählige vor einem Schicksal bewahrt, das die Zurückgebliebenen nicht verschont hat. Und es mußte ebenso darauf ankommen, möglichst viele deutsche Soldaten vor sowjetischer Gefangenschaft zu bewahren. Daß dies nur in geringem Umfang gelang, lag an den Westmächten, die viele deutsche Kriegsgefangene an die Sowjets auslieferten und somit ihren Tod oder jahrelange Zwangsarbeit unter unmenschlichen Bedingungen verschuldeten.

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Weihnachtliches aus dem deutschen Osten

Weihnachtsgeschichten
In einem Haus begegnen sich vier Vertriebenen-Schicksale: in der Gestalt einer Frau aus dem Egerland, einer anderen aus Schlesien, eines Mannes aus Ostpreußen und eines weiteren aus dem Erzgebirge. Bislang gingen sie aneinander vorbei, die Stunde der Heiligen Nacht aber läßt die Verlorenen zusammenfinden.

Lindenbaum1  Weiterlesen

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Das deutsche Volk in Österreich

 

Meine Heimat Österreich ist ein deutsches Land mit deutschen Menschen.
Eine kleine Sammlung von Bildern und Dokumenten  über die Zeit zu Ende des I. Weltkrieges beginnend, die das deutsch-nationale Bewußtsein der Österreicher und den Willen zur Wiedervereinigung mit dem Deutschen Reich dokumentiert.
Die Abgeordneten der mehrheitlich deutschen Wahlbezirke des Abgeordnetenhauses der österreichischen Reichshälfte der Monarchie bei ihrer ersten Vollversammlung im Niederösterreichischen Landhaus am 21. Oktober 1918.

Die Abgeordneten der mehrheitlich deutschen Wahlbezirke des Abgeordnetenhauses der österreichischen Reichshälfte der Monarchie bei ihrer ersten Vollversammlung im Niederösterreichischen Landhaus am 21. Oktober 1918.

 

Eine riesige Begeisterung erfüllt die Menschen Deutsch-Österreichs anläßlich der Proklamierung der Republik und der Proklamierung des Anschlußes an das Deutsche Reich am 12. November 1918.  Der Platz vor dem Parlament, die Ringstraße und der Volksgarten sind gefüllt mit Menschen.  Eine Massenansammlung, vergleichbar mit der vom Volk getragenen Begeisterung bei anderen großen historischen Ereignissen.

Eine riesige Begeisterung erfüllt die Menschen Deutsch-Österreichs anläßlich der Proklamierung der Republik und der Proklamierung des Anschlußes an das Deutsche Reich am 12. November 1918.
Der Platz vor dem Parlament, die Ringstraße und der Volksgarten sind gefüllt mit Menschen.
Eine Massenansammlung, vergleichbar mit der vom Volk getragenen Begeisterung bei anderen großen historischen Ereignissen.

Zur Vorgeschichte des Begriffes „Deutsch-Österreich“:
In Wien war 1848 der „Zentralverein der Deutschen Böhmens, Mährens und Schlesiens zur Aufrechterhaltung ihrer Nationalität“ entstanden. Ludwig v. Löhner war der Gründer dieses Vereines. Es waren die Anfänge Sudetendeutscher Politik. Von 28-31.August 1848 trat in Teplitz-Schönau eine Delegiertenversammlung der Deutschen Vereine der Böhmischen Länder zusammen. Den Vorsitz führte der Bürgermeister von Bodenbach (Nordböhmen), Eduard Strache, später Abgeordneter im Frankfurter Parlament.
Die aus mehr als 100 Delegierten bestehende Versammlung sprach sich für den Anschluß Österreichs an den Deutschen Zollverein aus. Sie forderte in einer Entschließung statt der damals bereits unzweckmäßig gewordenen Provinzialverwaltung eine Selbstverwaltung, die auf die ethnische Verschiedenheit der Bevölkerung Rücksicht zu nehmen hätte. Ludwig von Löhner hat diese Gedanken in einem Antrag im Österreichischen Reichstag formuliert. Die Grundgedanken Löhners lauteten: Die klare Berücksichtigung der nationalen Zusammensetzung der Bevölkerung, der Verschiedenheit ihrer Wohngebiete und Enklaven.     Allen Volksstämmen sei innerhalb ihrer Wohnsitze die volle Autonomie einzuräumen, da nur auf diese Weise das gleiche Recht aller verwirklicht und die Herrschaft des einen über den anderen beseitigt werden könnte. Österreich solle ein National-Bundesstaat oder Föderativstaat werden. Auf Grund der eindeutigen und klaren Sprachgrenzen seien an Stelle der historisch gewordenen Ländergrenzen fünf neue Kronländer oder „Nationsgebiete“ zu bilden innerhalb dieser die betreffende Sprache als ausschließliche Geschäfts- und Unterrichtssprache einzuführen wäre: 1. Deutsch-Österreich,  2. Tschechisch-Österreich,  3. Polnisch-Österreich, 4. Slavonisch-Österreich, 5. Italienisch-Österreich.
Der Begriff Deutsch-Österreich war somit keine Neuschöpfung von 1918. Es war schon im 19. Jh. eine umgangssprachlich weit verbreitete, wenn auch keine amtliche Bezeichnung. Sie stand für das mehrheitlich von Deutschen bewohnte Gebiet der österreichischen Hälfte der Monarchie.

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Zum Gedenken an Eugen Naumann

Eugen Naumann * 2. Januar 1874 Mikuszewo, Kr. Wreschen Provinz Posen; † 7. September 1939 Kruschwitz, Provinz Posen

Eugen Naumann. geb. 2. Januar 1874 Meinitz, Kreis Wreschen, Provinz Posen; † 7. September 1939 Kruschwitz, Provinz Posen

 

Heute vor 75 Jahren wurde Eugen Naumann ermordet.
Bekanntlich gab es im Zwischenkriegspolen (1918-1939) eine beachtliche deutsche Minderheit, und zwar in allen drei ehemaligen Teilgebieten des Landes. Aus dem Posener Land, einem ehemals preußischen Teilgebiet, stammte Eugen Naumann, der am 2.1.1874 auf dem väterlichen Pachtgut in Mikuszewo geboren wurde. Er studierte Jura und Staatswissenschaften und wurde schon 1909 Landrat des Posener Kreises Znin (später Dietfurt). Da er aber selbständig dachte und an der damaligen preußischen Polenpolitik Kritik zu üben wagte, wurde er versetzt. Da nahm er seinenAbschied und widmete sich nur der Bewirtschaftung des kurz zuvor im Kreis Schubin (später Altburgund) erworbenen Gutes in Suchorencz.
Als die Provinz Posen 1918/19 polnisch wurde, stellte sich Naumann dem in Posen gegründeten „Deutschen Volksrat“ zur Verfügung. Bald darauf wurde er mit anderen führenden Deutschen von der polnischen Polizei interniert und ins Gefangenenlager Szczypiorno eingeliefert. Nach seiner Entlassung wurde Naumann Vorsitzender des Deutschen Volksrates. Als solcher wurde er schon bei den Parlamentswahlen des Jahres 1922 als Abgeordneter in den polnischen Sejm gewählt, dem er bis 1930 angehörte. Hier konnte er sich voll entfalten. Er wurde bald Vorsitzender der Fraktion der deutschen Sejmabgeordneten und zugleich Wortführer des gesamten Deutschtums in Polen.
Er setzte sich entschieden für die Belange der deutschen Volksgruppe ein. Das war erforderlich, denn das Deutschtum in Polen wurde trotz des polnischerseits 1919 unterzeichneten Minderheitenschutzvertrages laufend unterdrückt. So hat Naumann u.a. auch die erste Minderheitenbeschwerde bei dem Völkerbund in Genf eingereicht. Er führte weiterhin den Deutschen Volksrat, der sich in „Deutschtumsbund zur Wahrung der Minderheitenrechte“ umbenannt hatte. Doch wurde dieser schon 1923 polnischerseits aufgelöst.
Die politische Arbeit wurde nun in Posen und Pommerellen deutscherseits von dem 1925 gegründeten Hauptwahlausschuß und von der Geschäftsstelle der deutschen Sejmabgeordneten und Senatoren in Bromberg geleistet. Als Vorsitzender des genannten Ausschusses und als Sejmabgeordneter trat Naumann als kraftvolle und lautere Persönlichkeit unentwegt für die Rechte der deutschen Minderheit, aber gleichzeitig auch für ein friedliches Zusammenleben mit dem polnischen Volk ein. In Genf wurde er auch Mitbegründer eines Verbandes der deutschen Minderheiten in Europa. Als sich die nationalen Gegensätze zusehends immer mehr verschärften, legte Naumann im Februar 1933 den Vorsitz im Hauptwahlausschuß nieder und zog sich von der politischen Arbeit zurück. Trotzdem wurde er bei Kriegsausbruch am 1. September 1939 wie andere aktive Deutsche von Polen verhaftet und verschleppt. Dabei wurde diese von reinem Idealismus erfüllte Persönlichkeit immer wieder zusammengeschlagen und schließlich als Geisel am 7. September 1939 von polnischen Soldaten erschossen.
 http://kulturportal-west-ost.eu/biographies/naumann-eugen-2
Die überparteiliche "Deutsche Vereinigung". Alle deutschen Abgeordneten im polnischen Sejm und Senat. Bild aus dem Jahr 1926.

Die überparteiliche „Deutsche Vereinigung“. Alle deutschen Abgeordneten im polnischen Sejm und Senat. Bild aus dem Jahr 1926. 1 Joseph Spickermann, 2 Erwin Hasbach, 3 Karl Dacko, 4 Eugen Naumann, 5 Robert Piesch, 6 Karl Stüldt, 7 Kurt Graebe, 8 Sekretärin Kronig, 9 Karl Wlodarz, 10 Kurt Meyer, 11 August Utta, 12 Otto Krajczyrsky, 13 Thomas Szczeponik, 14 Otto Somschor, 15 Johann Rozumek, 16 Jakob Karau, 17 Eugen Franz, 18 Arthur Kronig, 19 Joseph Klinke, 20 Berthold Moritz, 21 Arthur Pankratz, 22 Emil Zerbe, 23 Dr. Georg Busse

 

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