31. März 1939 – Die britische Garantieerklärung für den polnischen Raubstaat

Folge 1 von Beiträgen zur Vorgeschichte des Weltkrieges
Heute vor 80 Jahren setzte England den Mechanismus in Gang, der zum Ausbruch des 2. Weltkrieges führte.
Die politische Entwicklung vom 15. März bis 6. April 1939:
Am 15. März 1939 überschritt die deutsche Wehrmacht die Grenzen der Rest-Tschechei und marschierte damit erstmals nicht im Sinne des Selbstbestimmungsrechtes der Völker. Damit begründete England vor der Öffentlichkeit einen Kurswechsel seiner Politik, die direkt in den Krieg führte. So verwerflich Hitlers Schritt gegen den tschechischen Landesteil der böhmischen Länder auch ist, die Scheinheiligkeit und Doppelmoral der Briten könnte nicht größer sein. Hitler hatte nun einmal seinen Machtbereich auf fremdes Volkstum ausgedehnt und Deutschland hat sich im 19.Jh. mit Imperialismus im Vergleich mit jeder anderen europäischen Kolonialmacht, sehr zurückgehalten. England hingegen seit über 300 Jahren imperialistischer Aggressionspolitik ein Weltreich geschaffen das ein Sechstel der Erde umfasste, wobei Britannien, die Heimat der Engländer, nicht einmal ein halbes Prozent dieser Fläche ausmachte. England herrschte über hunderte Millionen nichtenglischer Menschen, warf aber nun Deutschland vor die Welt erobern zu wollen.
In Polen war man über diese Vorgänge der Errichtung des Protektorates Böhmen-Mähren und der Selbstständigkeit der Slowakei nicht beunruhigt. Am 12. März 1939 hielt Außenminister Jozef Beck eine Rede und betonte darin die polnische Sympathie für die Slowakei. Seine Ausführungen wurden von der Presse ausführlich wiedergegeben. Über deutsche Absichten in der Slowakei zeigte er keinerlei Besorgnis. Am 14. März 1939, bezeichneten die führenden Blätter Polens die intimen Beziehungen zwischen Prag und Moskau als Ursache der tschechischen Notlage. Die Morgenausgaben des 15. März brachten die Meldung, deutsche Truppen hätten Mährisch-Ostrau besetzt und ungarische Truppen seien in Ruthenien einmarschiert. Diese Berichte drückten sich sachlich über das deutsche Vorgehen aus, durch das ein alter Gegner Polens von der mitteleuropäischen Bühne entfernt wurde. Die polnischen Zeitungen vom 16. März 1939 behandelten in aller Ausführlichkeit die jüngsten Ereignisse. Die Schlagzeilen wie „Hakenkreuz-Standarte auf dem Prager Hradschin“ stimmten mit den Überschriften in der deutschen Presse überein. Ein amtliches Bulletin der polnischen Regierung wurde wiedergegeben, in dem es hieß, die Tschechen seien im wesentlichen Opfer ihres eigenen politischen Größenwahns geworden. Man hoffe, die slowakische Unabhängigkeit werde sich sichtbar auswirken und kein Scheingebilde sein. Darüber hinaus wurde die Notwendigkeit der militärischen Stärke Polens für unsichere Zeiten erörtert. Es war nur wenig von jener Entrüstung oder Furcht, ganz zu schweigen von der Hysterie, zu bemerken, wie sie ein großer Teil der westlichen Presse zum Ausdruck gebracht hatte. Die regierungsamtliche „Gazeta Polska“ erklärte am 16. März 1939, Hitlers Politik beruhe auf der nüchternen Betrachtung wichtiger Faktoren, obwohl sich die deutsche Macht über die deutschen Volkstumsgrenzen hinaus ausgedehnt habe. Die lauten Klagen und Anklagen der Weltpresse fanden jedoch in den führenden Blättern Polens bis zum 18. März 1939 keinen Widerhall und danach nur sehr schwach. Die Reaktion der polnischen Presse unterschied sich von der britischen oder amerikanischen insofern, als Polen zunächst nicht geneigt war, sich in solchen Fragen wie die um Böhmen und Mähren, welche die Polen nur indirekt betrafen, gegen die deutsche Politik zu stellen. Die Krise brachte zunächst zwei Ergebnisse worüber sich die Polen freuten. Die Slowaken hatten sich der tschechischen Herrschaft entledigt und den Ungarn war Ruthenien zugefallen, wodurch Polen nun eine gemeinsame Grenze mit Ungarn und Rumänien hatte. Schon ein halbes Jahr zuvor hatte Polen mit deutscher Hilfe das Olsagebiet gewonnen.
Am Abend des 17. März 1939 hielt Premierminister Neville Chamberlain seine berühmte Birmingham-Rede, die vor der Öffentlichkeit die Wende der britischen Politik verkündete. In dieser Rede richtete Chamberlain, nachdem er das Münchner Abkommen verteidigt hatte, sein Hauptaugenmerk auf den Versuch, nachzuweisen, daß Hitler durch sein Vorgehen in der Tschechoslowakei vor zwei Tagen sein in Godesberg und München gegebenes Versprechen gebrochen habe. Er verurteilte Deutschlands Vorgehen in der Tschechoslowakei und warnte, England werde auf der Hut sein, um jeder erneuten deutschen Friedensbedrohung Widerstand entgegenzusetzen.
Am 20. März unternahm England einen großen Schritt zur Einkreisung Deutschlands. Es setzte Frankreich, Polen und die Sowjetunion von seinem Wunsch in Kenntnis, einen gemeinsamen Militärpakt zu schließen. In Polen war man einerseits von der nun offen zu Tage tretenden Feindschaft Englands gegen Deutschland hocherfreut, andererseits der Sowjetunion gegenüber so mißtrauisch eingestellt um diesen Vorschlag abzulehnen. In dieser Reihenfolge kam die herausfordernde Antwort zunächst an Deutschland gerichtet:
Am 23.März verkündete Polen die Teilmobilmachung. 334000 Soldaten zusätzlich verdoppelten nun die Stärke des stehenden Heeres. Tags darauf lehnte der polnische Botschafter in London den plus-Sowjetunion Militärpakt ab.
Am 27.März gab der britische Außenminister Halifax die Entscheidung zu einer Verpflichtung gegenüber Polen seinen Diplomaten bekannt. Es war die Vorankündigung für die öffentliche, vier Tage später erfolgende Zusage.
Eine feste und unwiderrufliche diplomatische Grundlage für einen Präventivkrieg gegen Deutschland schufen Chamberlain und Halifax am 31. März 1939, als jener die berühmte und verhängnisvolle britische Verpflichtung Polen gegenüber bekannt gab. Der Hintergrund dieses folgenschweren Schrittes ist einer der ungewöhnlichsten in der Geschichte der Diplomatie, ein weiterer Beweis für Englands Initiative zur Entfesselung eines europäischen Krieges.
Die Polen hatten keinerlei Beistandsversprechen verlangt. Vielmehr hatten die Engländer sie gefragt, ob sie ein solches Versprechen akzeptieren würden.
Am 30. März war das polnische Kabinett zu einer Sitzung zusammengetreten. Der britische Botschafter in Warschau, Howard Kennard, rief Polens Außenminister Beck an und teilte ihm mit, er habe soeben Anweisungen von seiner Regierung aus London erhalten, er möge feststellen, ob die Polen eine Beistandsverpflichtung Englands akzeptieren würden. Beck beriet sich unverzüglich mit Staatspräsident Moscicki und Marschall Rydz-Smigly, dem Oberbefehlshaber der Armee, und gab Kennard eine Antwort im bejahenden Sinne. Noch in derselben Nacht und am folgenden Morgen trat der britische Kabinettsausschuß für außenpolitische Fragen zusammen, um die Annahme des britischen Angebots durch Polen willkommen zu heißen.
Am Nachmittag des 31. März gab Chamberlain, ohne andere europäische Länder zu konsultieren, die folgende Erklärung ab:
„Um den Standpunkt Seiner Majestät Regierung für die Zeit, bis die Beratungen (mit anderen Regierungen) abgeschlossen sind, völlig klarzumachen, hab ich dem Haus jetzt mitzuteilen, falls während dieser Periode die polnische Unabhängigkeit durch irgendeine Aktion deutlich in Gefahr gerate und die polnische Regierung es als lebenswichtig erachte, mit ihren nationalen Streitkräften Widerstand zu leisten, so würde sich die Regierung Seiner Majestät sich sofort verpflichtet sehen, der Polnischen Regierung alle in ihrer Macht stehende Unterstützung zu gewähren. Sie hat der Polnischen Regierung eine entsprechende Zusicherung in diesem Sinne gegeben.“
Diese Erklärung gestand Polen nicht weniger zu, als das Recht zu bestimmen, was nach ihren Dafürhalten eine Bedrohung ihrer Unabhängigkeit darstellt – und damit einen europäischen Kriegsausbruch zu begründen. Damit gestärkt traf Beck am 3. April in London ein, um eine schriftliches Abkommen mit Chamberlain und Halifax zu besiegeln. Diese versuchten ihn doch noch zu einem Bündnis mit der SU zu überreden und kündigten an weitere Verhandlungen mit den Russen zu führen. Am 6. April wurde ein gemeinsames Kommunique herausgegeben worin die Solidarität zwischen beiden Ländern hervorgehoben wurde.
„Man kam überein, daß beide Länder bereit seien, ein Abkommen ständiger und gegenseitiger Art abzuschließen anstelle der bisherigen einseitigen Zusicherung, die Seiner Majestät Regierung der Polnischen Regierung gegeben hat. Bis zur Fertigstellung des ständigen Abkommens gab Herr Beck Seiner Majestät Regierung die Zusicherung, die Polnische Regierung betrachte sich als verpflichtet, Seiner Majestät Regierung unter den gleichen Bedingungen Beistand zu leisten, wie sie in der vorläufigen, von Seiner Majestät Regierung an Polen bereits gegebenen Zusicherung enthalten sind,“
Das britische Empire erklärte damit sein Einverständnis, als Verbündeter Polens Krieg zu führen, falls sich die Polen für einen Krieg entschieden.
Sehr lesenswert:
David L. Hoggan – Der erzwungene Krieg
 
Gerhard Baumfalk – Tatsachen zur Kriegsschuldfrage
Baumfalk 
Peter H. Nicoll – Englands Krieg gegen Deutschland

Nicoll

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Der 4. März 1919

Vor 100 Jahren: Der tschechische Massenmord am Beginn der Tragödie der Sudetendeutschen!

Vor 100 Jahren, am 4. März 1919, starben 54 Sudetendeutsche im Kugelhagel  tschechischen Militärs. Sie waren  Teilnehmer an einer friedlichen landesweiten Demonstration für das Selbstbestimmungsrecht.
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Im Gedenkjahr. 12. März 1919 – 12. März 1938

Dieses Jahr steht im Zeichen unter anderem des 1oo. Jahrestages der Gründung der Republik Deutsch-Österreich (Deutschösterreich). „100 Jahre Republik“ wird dieses Gedenken allgemein abgekürzt genannt. Den Staatnamen „Deutsch-Österreich“ noch dazu erwähnen, dürfte so manchen Politiker und sonstigen Machtträger und Meinungsbildner unangenehm sein. In der 1. und in der 2. Republik dominierte ein völlig anderes, fast schon gegensätzliches Selbstverständnis von Staatbewußtsein und Volksbewußtsein. Es war deutschnational in der 1. Republik und ist in der 2. Republik fast schon antideutsch, was noch im Folgenden darzulegen ist. Und nun übernimmt es die wortführende Schicht dieser 2. Republik, die Gründung und das Bestehen der 1. Republik zu interpretieren. Was dabei schon zu sehen, zu erwarten – und zu befürchten – ist, das kommentiert dieser Beitrag.

Postkarte der Republik Deutsch-Österreich

In ihrer 2. Sitzung beschlossen die Abgeordneten des Konstituierten Nationalrates Deutsch-Österreichs das Gesetz, welches als Bestätigung der Gesetze des Provisorischen Nationalrates vier Monate zuvor bedeutete.

Gesetz vom 12. März 1919 über die Staatsform. Deutsch-Österreich ist ein Bestandteil des Deutschen Reiches

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Der Nikolaus im Sudetenland

Ich zog durch das Sudetenland,
wo ich sonst immer Deutsche fand.
Doch wo ich ging, wohin ich schaute,
ich hörte keine deutschen Laute …
Im Böhmerwald war’s stumm und still –
ein eigenartiges Gefühl !
Ich war in Brünn, in Neutitschein,
wo mochten nur die Deutschen sein?
In Iglau, Olmütz, Trautenau
vergeblich ich nach Deutschen schau‘.
In Teplitz, Aussig, Bodenbach
ging ich vergebens ihnen nach.
Wollt Bergleut‘ finden ich in Brüx,
fand nur ein Riesenloch, sonst nix.
Bin auf die Höhen dann gestiegen,
sah Berg und Täler vor mir liegen:
den Borschen und den Millischauer
umhüllten Wolken voller Trauer…
Vom Keilberg bis ins Egertal,
mein Schauen wurde mir zur Qual.
In Komotau, in Karlsbad,
das deutsche Wort gefehlt mir hat.
In Duppau und in Lauterbach,
die Städt’ planiert mit roh‘ Gewalt.
In Schlaggenwald im Egerland
hab‘ Stadt und Leut‘ nicht mehr erkannt.
Verlass’ne Landschaft ringsumher,
die trauten Dörfer gab’s nicht mehr.
Stift Tepl hatte ich im Sinn –
die Mönche fort, wer weiß wohin.
An Falkenau und Kulm entlang,
am Wallfahrtsweg führt‘ mich mein Gang
Der Geigenkauf in Graslitz dort
mißlang, ich war enttäuscht vom Ort.
Ich lief in Egers Marktplatz rum,
die Kirchenglocken blieben stumm,
zog nach Marienbad und auch nach Plan,
doch traf ich keine Deutschen an.
Ich eilte weiter, kreuz und quer.
Wo kamen nur die Fremden her?
Die Sprache konnt‘ ich nicht versteh’n.
Was war in diesem Land gescheh’n?
Gar viele Häuser standen leer,
verfallen wohl noch mehr.
Wohin mich lenken meine Schritte,
wo gab es noch die deutsche Sitte?
Mich hat’s nach Reichenberg verschlagen,
dort wollt ich nach den Deutschen fragen.
Hab‘ mich in Gablonz umgeschaut:
Kein deutsches Wort, vertrauter Laut.
Vom Jeschken kam ich dann sogleich
in Berggeist Rübezahls Bereich.
Und als ich auf der „Koppe“ stand,
er auf mein Rufen zu mir fand.
„Die Deutschen“, sprach der alte Herr,
„gibt’s im Sudetenland nicht mehr.
Wer nicht erschlagen, wurd‘ vertrieben,
nur ich bin hier zurückgeblieben.
Unsterblich, wie die Zeit beweist,
verbleib‘ ich da als deutscher Geist
und warte drauf, bis wieder mal
man deutsch mich ruft: ‚Herr Rübezahl!‚„.
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Danke Victor Gollancz !

Zum 50. Todestag des britisch-jüdischen Humanisten und Verlegers Victor Gollancz
 gollancz-portrait
Victor Gollancz wurde am 9. April 1893 in London geboren. Aus Witkowo bei Gnesen in der preußischen Provinz Posen waren sein Großeltern Mitte des 19. Jh. nach London ausgewandert. Die Familie lebte nach jüdisch-orthodoxer Tradition, aus der er sich langsam löste und Philologie studierte. Im 1. Wk. meldete er sich freiwillig zur Armee, mußte aber wegen seiner schlechten Augen aus dem Dienst ausscheiden und arbeitete zunächst als Lehrer. Nach den Erfahrungen des Krieges engagierte er sich für sozialistische Ideale. Auch kritisierte er den sogenannten Friedensvertrag von Versailles.

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Der Faustschlag von Lugano

Die Tagung des Völkerbundrates vom 15. Dezember 1928.
Stresemann

Reichsaußenminister Dr. Gustav Stresemann setzte sich energisch für die Rechte der deutschen Minderheit in Polen ein.

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Der Kampf der deutschen Wehrmacht und der Waffen-SS zur Rettung deutscher Flüchtlinge vor der Sowjetarmee zu Kriegsende 1945

Gedenke
Spätestens seit Nemmersdorf wußte der deutsche Soldat auch, weshalb er im Osten auch dann noch kämpfte, wenn er den Krieg verloren gab. Es mußte aus seiner Sicht alles getan werden, um die Flucht der deutschen Bevölkerung aus den vom sowjetischen Einmarsch bedrohten Gebieten zu ermöglichen oder Brückenköpfe an der Ostsee zu verteidigen, um die dort von einer Landverbindung zum Westen abgeschnittenen Zivilisten soweit wie möglich über See zu evakuieren. Das konnte angesichts der sowjetischen Übermacht trotz aller Tapferkeit nur zum Teil gelingen, aber der aufopfernde Kampf deutscher Truppen an der Ostfront hat Unzählige vor einem Schicksal bewahrt, das die Zurückgebliebenen nicht verschont hat. Und es mußte ebenso darauf ankommen, möglichst viele deutsche Soldaten vor sowjetischer Gefangenschaft zu bewahren. Daß dies nur in geringem Umfang gelang, lag an den Westmächten, die viele deutsche Kriegsgefangene an die Sowjets auslieferten und somit ihren Tod oder jahrelange Zwangsarbeit unter unmenschlichen Bedingungen verschuldeten.

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