31. März 1939 – Die britische Garantieerklärung für den polnischen Raubstaat

Heute vor 80 Jahren setzte England den Mechanismus in Gang, der zum Ausbruch des 2. Weltkrieges führte.
Die politische Entwicklung vom 15. März bis 6. April 1939:
Am 15. März 1939 überschritt die deutsche Wehrmacht die Grenzen der Rest-Tschechei und marschierte damit erstmals nicht im Sinne des Selbstbestimmungsrechtes der Völker. Damit begründete England vor der Öffentlichkeit einen Kurswechsel seiner Politik, die direkt in den Krieg führte. So verwerflich Hitlers Schritt gegen den tschechischen Landesteil der böhmischen Länder auch ist, die Scheinheiligkeit und Doppelmoral der Briten könnte nicht größer sein. Hitler hatte nun einmal seinen Machtbereich auf fremdes Volkstum ausgedehnt und Deutschland hat sich im 19.Jh. mit Imperialismus im Vergleich mit jeder anderen europäischen Kolonialmacht, sehr zurückgehalten. England hingegen seit über 300 Jahren imperialistischer Aggressionspolitik ein Weltreich geschaffen das ein Sechstel der Erde umfasste, wobei Britannien, die Heimat der Engländer, nicht einmal ein halbes Prozent dieser Fläche ausmachte. England herrschte über hunderte Millionen nichtenglischer Menschen, warf aber nun Deutschland vor die Welt erobern zu wollen.
In Polen war man über diese Vorgänge der Errichtung des Protektorates Böhmen-Mähren und der Selbstständigkeit der Slowakei nicht beunruhigt. Am 12. März 1939 hielt Außenminister Jozef Beck eine Rede und betonte darin die polnische Sympathie für die Slowakei. Seine Ausführungen wurden von der Presse ausführlich wiedergegeben. Über deutsche Absichten in der Slowakei zeigte er keinerlei Besorgnis. Am 14. März 1939, bezeichneten die führenden Blätter Polens die intimen Beziehungen zwischen Prag und Moskau als Ursache der tschechischen Notlage. Die Morgenausgaben des 15. März brachten die Meldung, deutsche Truppen hätten Mährisch-Ostrau besetzt und ungarische Truppen seien in Ruthenien einmarschiert. Diese Berichte drückten sich sachlich über das deutsche Vorgehen aus, durch das ein alter Gegner Polens von der mitteleuropäischen Bühne entfernt wurde. Die polnischen Zeitungen vom 16. März 1939 behandelten in aller Ausführlichkeit die jüngsten Ereignisse. Die Schlagzeilen wie „Hakenkreuz-Standarte auf dem Prager Hradschin“ stimmten mit den Überschriften in der deutschen Presse überein. Ein amtliches Bulletin der polnischen Regierung wurde wiedergegeben, in dem es hieß, die Tschechen seien im wesentlichen Opfer ihres eigenen politischen Größenwahns geworden. Man hoffe, die slowakische Unabhängigkeit werde sich sichtbar auswirken und kein Scheingebilde sein. Darüber hinaus wurde die Notwendigkeit der militärischen Stärke Polens für unsichere Zeiten erörtert. Es war nur wenig von jener Entrüstung oder Furcht, ganz zu schweigen von der Hysterie, zu bemerken, wie sie ein großer Teil der westlichen Presse zum Ausdruck gebracht hatte. Die regierungsamtliche „Gazeta Polska“ erklärte am 16. März 1939, Hitlers Politik beruhe auf der nüchternen Betrachtung wichtiger Faktoren, obwohl sich die deutsche Macht über die deutschen Volkstumsgrenzen hinaus ausgedehnt habe. Die lauten Klagen und Anklagen der Weltpresse fanden jedoch in den führenden Blättern Polens bis zum 18. März 1939 keinen Widerhall und danach nur sehr schwach. Die Reaktion der polnischen Presse unterschied sich von der britischen oder amerikanischen insofern, als Polen zunächst nicht geneigt war, sich in solchen Fragen wie die um Böhmen und Mähren, welche die Polen nur indirekt betrafen, gegen die deutsche Politik zu stellen. Die Krise brachte zunächst zwei Ergebnisse worüber sich die Polen freuten. Die Slowaken hatten sich der tschechischen Herrschaft entledigt und den Ungarn war Ruthenien zugefallen, wodurch Polen nun eine gemeinsame Grenze mit Ungarn und Rumänien hatte. Schon ein halbes Jahr zuvor hatte Polen mit deutscher Hilfe das Olsagebiet gewonnen.
Am Abend des 17. März 1939 hielt Premierminister Neville Chamberlain seine berühmte Birmingham-Rede, die vor der Öffentlichkeit die Wende der britischen Politik verkündete. In dieser Rede richtete Chamberlain, nachdem er das Münchner Abkommen verteidigt hatte, sein Hauptaugenmerk auf den Versuch, nachzuweisen, daß Hitler durch sein Vorgehen in der Tschechoslowakei vor zwei Tagen sein in Godesberg und München gegebenes Versprechen gebrochen habe. Er verurteilte Deutschlands Vorgehen in der Tschechoslowakei und warnte, England werde auf der Hut sein, um jeder erneuten deutschen Friedensbedrohung Widerstand entgegenzusetzen.
Am 20. März unternahm England einen großen Schritt zur Einkreisung Deutschlands. Es setzte Frankreich, Polen und die Sowjetunion von seinem Wunsch in Kenntnis, einen gemeinsamen Militärpakt zu schließen. In Polen war man einerseits von der nun offen zu Tage tretenden Feindschaft Englands gegen Deutschland hocherfreut, andererseits der Sowjetunion gegenüber so mißtrauisch eingestellt um diesen Vorschlag abzulehnen. In dieser Reihenfolge kam die herausfordernde Antwort zunächst an Deutschland gerichtet:
Am 23.März verkündete Polen die Teilmobilmachung. 334000 Soldaten zusätzlich verdoppelten nun die Stärke des stehenden Heeres. Tags darauf lehnte der polnische Botschafter in London den plus-Sowjetunion Militärpakt ab.
Am 27.März gab der britische Außenminister Halifax die Entscheidung zu einer Verpflichtung gegenüber Polen seinen Diplomaten bekannt. Es war die Vorankündigung für die öffentliche, vier Tage später erfolgende Zusage.
Eine feste und unwiderrufliche diplomatische Grundlage für einen Präventivkrieg gegen Deutschland schufen Chamberlain und Halifax am 31. März 1939, als jener die berühmte und verhängnisvolle britische Verpflichtung Polen gegenüber bekannt gab. Der Hintergrund dieses folgenschweren Schrittes ist einer der ungewöhnlichsten in der Geschichte der Diplomatie, ein weiterer Beweis für Englands Initiative zur Entfesselung eines europäischen Krieges.
Die Polen hatten keinerlei Beistandsversprechen verlangt. Vielmehr hatten die Engländer sie gefragt, ob sie ein solches Versprechen akzeptieren würden.
Am 30. März war das polnische Kabinett zu einer Sitzung zusammengetreten. Der britische Botschafter in Warschau, Howard Kennard, rief Polens Außenminister Beck an und teilte ihm mit, er habe soeben Anweisungen von seiner Regierung aus London erhalten, er möge feststellen, ob die Polen eine Beistandsverpflichtung Englands akzeptieren würden. Beck beriet sich unverzüglich mit Staatspräsident Moscicki und Marschall Rydz-Smigly, dem Oberbefehlshaber der Armee, und gab Kennard eine Antwort im bejahenden Sinne. Noch in derselben Nacht und am folgenden Morgen trat der britische Kabinettsausschuß für außenpolitische Fragen zusammen, um die Annahme des britischen Angebots durch Polen willkommen zu heißen.
Am Nachmittag des 31. März gab Chamberlain, ohne andere europäische Länder zu konsultieren, die folgende Erklärung ab:
„Um den Standpunkt Seiner Majestät Regierung für die Zeit, bis die Beratungen (mit anderen Regierungen) abgeschlossen sind, völlig klarzumachen, hab ich dem Haus jetzt mitzuteilen, falls während dieser Periode die polnische Unabhängigkeit durch irgendeine Aktion deutlich in Gefahr gerate und die polnische Regierung es als lebenswichtig erachte, mit ihren nationalen Streitkräften Widerstand zu leisten, so würde sich die Regierung Seiner Majestät sich sofort verpflichtet sehen, der Polnischen Regierung alle in ihrer Macht stehende Unterstützung zu gewähren. Sie hat der Polnischen Regierung eine entsprechende Zusicherung in diesem Sinne gegeben.“
Diese Erklärung gestand Polen nicht weniger zu, als das Recht zu bestimmen, was nach ihren Dafürhalten eine Bedrohung ihrer Unabhängigkeit darstellt – und damit einen europäischen Kriegsausbruch zu begründen. Damit gestärkt traf Beck am 3. April in London ein, um eine schriftliches Abkommen mit Chamberlain und Halifax zu besiegeln. Diese versuchten ihn doch noch zu einem Bündnis mit der Sowjetunin zu überreden und kündigten an weitere Verhandlungen mit den Russen zu führen. Am 6. April wurde ein gemeinsames Kommunique herausgegeben worin die Solidarität zwischen beiden Ländern hervorgehoben wurde.
„Man kam überein, daß beide Länder bereit seien, ein Abkommen ständiger und gegenseitiger Art abzuschließen anstelle der bisherigen einseitigen Zusicherung, die Seiner Majestät Regierung der Polnischen Regierung gegeben hat. Bis zur Fertigstellung des ständigen Abkommens gab Herr Beck Seiner Majestät Regierung die Zusicherung, die Polnische Regierung betrachte sich als verpflichtet, Seiner Majestät Regierung unter den gleichen Bedingungen Beistand zu leisten, wie sie in der vorläufigen, von Seiner Majestät Regierung an Polen bereits gegebenen Zusicherung enthalten sind,“
Das britische Empire erklärte damit sein Einverständnis, als Verbündeter Polens Krieg zu führen, falls sich die Polen für einen Krieg entschieden.
Sehr lesenswert:
David L. Hoggan – Der erzwungene Krieg
 
Gerhard Baumfalk – Tatsachen zur Kriegsschuldfrage
Baumfalk 
Peter H. Nicoll – Englands Krieg gegen Deutschland

Nicoll

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Der 4. März 1919

Vor 100 Jahren: Der tschechische Massenmord am Beginn der Tragödie der Sudetendeutschen!

Vor 100 Jahren, am 4. März 1919, starben 54 Sudetendeutsche im Kugelhagel  tschechischen Militärs. Sie waren  Teilnehmer an einer friedlichen landesweiten Demonstration für das Selbstbestimmungsrecht.
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Im Gedenkjahr. 12. März 1919 – 12. März 1938

Dieses Jahr steht im Zeichen unter anderem des 1oo. Jahrestages der Gründung der Republik Deutsch-Österreich (Deutschösterreich). „100 Jahre Republik“ wird dieses Gedenken allgemein abgekürzt genannt. Den Staatnamen „Deutsch-Österreich“ noch dazu erwähnen, dürfte so manchen Politiker und sonstigen Machtträger und Meinungsbildner unangenehm sein. In der 1. und in der 2. Republik dominierte ein völlig anderes, fast schon gegensätzliches Selbstverständnis von Staatbewußtsein und Volksbewußtsein. Es war deutschnational in der 1. Republik und ist in der 2. Republik fast schon antideutsch, was noch im Folgenden darzulegen ist. Und nun übernimmt es die wortführende Schicht dieser 2. Republik, die Gründung und das Bestehen der 1. Republik zu interpretieren. Was dabei schon zu sehen, zu erwarten – und zu befürchten – ist, das kommentiert dieser Beitrag.

Postkarte der Republik Deutsch-Österreich

In ihrer 2. Sitzung beschlossen die Abgeordneten des Konstituierten Nationalrates Deutsch-Österreichs das Gesetz, welches als Bestätigung der Gesetze des Provisorischen Nationalrates vier Monate zuvor bedeutete.

Gesetz vom 12. März 1919 über die Staatsform. Deutsch-Österreich ist ein Bestandteil des Deutschen Reiches

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Der Nikolaus im Sudetenland

Ich zog durch das Sudetenland,
wo ich sonst immer Deutsche fand.
Doch wo ich ging, wohin ich schaute,
ich hörte keine deutschen Laute …
Im Böhmerwald war’s stumm und still –
ein eigenartiges Gefühl !
Ich war in Brünn, in Neutitschein,
wo mochten nur die Deutschen sein?
In Iglau, Olmütz, Trautenau
vergeblich ich nach Deutschen schau‘.
In Teplitz, Aussig, Bodenbach
ging ich vergebens ihnen nach.
Wollt Bergleut‘ finden ich in Brüx,
fand nur ein Riesenloch, sonst nix.
Bin auf die Höhen dann gestiegen,
sah Berg und Täler vor mir liegen:
den Borschen und den Millischauer
umhüllten Wolken voller Trauer…
Vom Keilberg bis ins Egertal,
mein Schauen wurde mir zur Qual.
In Komotau, in Karlsbad,
das deutsche Wort gefehlt mir hat.
In Duppau und in Lauterbach,
die Städt’ planiert mit roh‘ Gewalt.
In Schlaggenwald im Egerland
hab‘ Stadt und Leut‘ nicht mehr erkannt.
Verlass’ne Landschaft ringsumher,
die trauten Dörfer gab’s nicht mehr.
Stift Tepl hatte ich im Sinn –
die Mönche fort, wer weiß wohin.
An Falkenau und Kulm entlang,
am Wallfahrtsweg führt‘ mich mein Gang
Der Geigenkauf in Graslitz dort
mißlang, ich war enttäuscht vom Ort.
Ich lief in Egers Marktplatz rum,
die Kirchenglocken blieben stumm,
zog nach Marienbad und auch nach Plan,
doch traf ich keine Deutschen an.
Ich eilte weiter, kreuz und quer.
Wo kamen nur die Fremden her?
Die Sprache konnt‘ ich nicht versteh’n.
Was war in diesem Land gescheh’n?
Gar viele Häuser standen leer,
verfallen wohl noch mehr.
Wohin mich lenken meine Schritte,
wo gab es noch die deutsche Sitte?
Mich hat’s nach Reichenberg verschlagen,
dort wollt ich nach den Deutschen fragen.
Hab‘ mich in Gablonz umgeschaut:
Kein deutsches Wort, vertrauter Laut.
Vom Jeschken kam ich dann sogleich
in Berggeist Rübezahls Bereich.
Und als ich auf der „Koppe“ stand,
er auf mein Rufen zu mir fand.
„Die Deutschen“, sprach der alte Herr,
„gibt’s im Sudetenland nicht mehr.
Wer nicht erschlagen, wurd‘ vertrieben,
nur ich bin hier zurückgeblieben.
Unsterblich, wie die Zeit beweist,
verbleib‘ ich da als deutscher Geist
und warte drauf, bis wieder mal
man deutsch mich ruft: ‚Herr Rübezahl!‚„.
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Danke Victor Gollancz !

Zum 50. Todestag des britisch-jüdischen Humanisten und Verlegers Victor Gollancz
 gollancz-portrait
Victor Gollancz wurde am 9. April 1893 in London geboren. Aus Witkowo bei Gnesen in der preußischen Provinz Posen waren sein Großeltern Mitte des 19. Jh. nach London ausgewandert. Die Familie lebte nach jüdisch-orthodoxer Tradition, aus der er sich langsam löste und Philologie studierte. Im 1. Wk. meldete er sich freiwillig zur Armee, mußte aber wegen seiner schlechten Augen aus dem Dienst ausscheiden und arbeitete zunächst als Lehrer. Nach den Erfahrungen des Krieges engagierte er sich für sozialistische Ideale. Auch kritisierte er den sogenannten Friedensvertrag von Versailles.

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Der Faustschlag von Lugano

Die Tagung des Völkerbundrates vom 15. Dezember 1928.
Stresemann

Reichsaußenminister Dr. Gustav Stresemann setzte sich energisch für die Rechte der deutschen Minderheit in Polen ein.

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Der Kampf der deutschen Wehrmacht und der Waffen-SS zur Rettung deutscher Flüchtlinge vor der Sowjetarmee zu Kriegsende 1945

Gedenke
Spätestens seit Nemmersdorf wußte der deutsche Soldat auch, weshalb er im Osten auch dann noch kämpfte, wenn er den Krieg verloren gab. Es mußte aus seiner Sicht alles getan werden, um die Flucht der deutschen Bevölkerung aus den vom sowjetischen Einmarsch bedrohten Gebieten zu ermöglichen oder Brückenköpfe an der Ostsee zu verteidigen, um die dort von einer Landverbindung zum Westen abgeschnittenen Zivilisten soweit wie möglich über See zu evakuieren. Das konnte angesichts der sowjetischen Übermacht trotz aller Tapferkeit nur zum Teil gelingen, aber der aufopfernde Kampf deutscher Truppen an der Ostfront hat Unzählige vor einem Schicksal bewahrt, das die Zurückgebliebenen nicht verschont hat. Und es mußte ebenso darauf ankommen, möglichst viele deutsche Soldaten vor sowjetischer Gefangenschaft zu bewahren. Daß dies nur in geringem Umfang gelang, lag an den Westmächten, die viele deutsche Kriegsgefangene an die Sowjets auslieferten und somit ihren Tod oder jahrelange Zwangsarbeit unter unmenschlichen Bedingungen verschuldeten.

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Weihnachtliches aus dem deutschen Osten

Weihnachtsgeschichten
In einem Haus begegnen sich vier Vertriebenen-Schicksale: in der Gestalt einer Frau aus dem Egerland, einer anderen aus Schlesien, eines Mannes aus Ostpreußen und eines weiteren aus dem Erzgebirge. Bislang gingen sie aneinander vorbei, die Stunde der Heiligen Nacht aber läßt die Verlorenen zusammenfinden.

Lindenbaum1  Weiterlesen

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Das deutsche Volk in Österreich

 

Meine Heimat Österreich ist ein deutsches Land mit deutschen Menschen.
Eine kleine Sammlung von Bildern und Dokumenten  über die Zeit zu Ende des I. Weltkrieges beginnend, die das deutsch-nationale Bewußtsein der Österreicher und den Willen zur Wiedervereinigung mit dem Deutschen Reich dokumentiert.
Die Abgeordneten der mehrheitlich deutschen Wahlbezirke des Abgeordnetenhauses der österreichischen Reichshälfte der Monarchie bei ihrer ersten Vollversammlung im Niederösterreichischen Landhaus am 21. Oktober 1918.

Die Abgeordneten der mehrheitlich deutschen Wahlbezirke des Abgeordnetenhauses der österreichischen Reichshälfte der Monarchie bei ihrer ersten Vollversammlung im Niederösterreichischen Landhaus am 21. Oktober 1918.

 

Eine riesige Begeisterung erfüllt die Menschen Deutsch-Österreichs anläßlich der Proklamierung der Republik und der Proklamierung des Anschlußes an das Deutsche Reich am 12. November 1918. Der Platz vor dem Parlament, die Ringstraße und der Volksgarten sind gefüllt mit Menschen. Eine Massenansammlung, vergleichbar mit der vom Volk getragenen Begeisterung bei anderen großen historischen Ereignissen.

Eine riesige Begeisterung erfüllt die Menschen Deutsch-Österreichs anläßlich der Proklamierung der Republik und der Proklamierung des Anschlußes an das Deutsche Reich am 12. November 1918.
Der Platz vor dem Parlament, die Ringstraße und der Volksgarten sind gefüllt mit Menschen.
Eine Massenansammlung, vergleichbar mit der vom Volk getragenen Begeisterung bei anderen großen historischen Ereignissen.

Zur Vorgeschichte des Begriffes „Deutsch-Österreich“:
In Wien war 1848 der „Zentralverein der Deutschen Böhmens, Mährens und Schlesiens zur Aufrechterhaltung ihrer Nationalität“ entstanden. Ludwig v. Löhner war der Gründer dieses Vereines. Es waren die Anfänge Sudetendeutscher Politik. Von 28-31.August 1848 trat in Teplitz-Schönau eine Delegiertenversammlung der Deutschen Vereine der Böhmischen Länder zusammen. Den Vorsitz führte der Bürgermeister von Bodenbach (Nordböhmen), Eduard Strache, später Abgeordneter im Frankfurter Parlament.
Die aus mehr als 100 Delegierten bestehende Versammlung sprach sich für den Anschluß Österreichs an den Deutschen Zollverein aus. Sie forderte in einer Entschließung statt der damals bereits unzweckmäßig gewordenen Provinzialverwaltung eine Selbstverwaltung, die auf die ethnische Verschiedenheit der Bevölkerung Rücksicht zu nehmen hätte. Ludwig von Löhner hat diese Gedanken in einem Antrag im Österreichischen Reichstag formuliert. Die Grundgedanken Löhners lauteten: Die klare Berücksichtigung der nationalen Zusammensetzung der Bevölkerung, der Verschiedenheit ihrer Wohngebiete und Enklaven.     Allen Volksstämmen sei innerhalb ihrer Wohnsitze die volle Autonomie einzuräumen, da nur auf diese Weise das gleiche Recht aller verwirklicht und die Herrschaft des einen über den anderen beseitigt werden könnte. Österreich solle ein National-Bundesstaat oder Föderativstaat werden. Auf Grund der eindeutigen und klaren Sprachgrenzen seien an Stelle der historisch gewordenen Ländergrenzen fünf neue Kronländer oder „Nationsgebiete“ zu bilden innerhalb dieser die betreffende Sprache als ausschließliche Geschäfts- und Unterrichtssprache einzuführen wäre: 1. Deutsch-Österreich,  2. Tschechisch-Österreich,  3. Polnisch-Österreich, 4. Slavonisch-Österreich, 5. Italienisch-Österreich.
Der Begriff Deutsch-Österreich war somit keine Neuschöpfung von 1918. Es war schon im 19. Jh. eine umgangssprachlich weit verbreitete, wenn auch keine amtliche Bezeichnung. Sie stand für das mehrheitlich von Deutschen bewohnte Gebiet der österreichischen Hälfte der Monarchie.

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Zum Gedenken an Eugen Naumann

Eugen Naumann * 2. Januar 1874 Mikuszewo, Kr. Wreschen Provinz Posen; † 7. September 1939 Kruschwitz, Provinz Posen

Eugen Naumann. geb. 2. Januar 1874 Meinitz, Kreis Wreschen, Provinz Posen; † 7. September 1939 Kruschwitz, Provinz Posen

 

Heute vor 75 Jahren wurde Eugen Naumann ermordet.
Bekanntlich gab es im Zwischenkriegspolen (1918-1939) eine beachtliche deutsche Minderheit, und zwar in allen drei ehemaligen Teilgebieten des Landes. Aus dem Posener Land, einem ehemals preußischen Teilgebiet, stammte Eugen Naumann, der am 2.1.1874 auf dem väterlichen Pachtgut in Mikuszewo geboren wurde. Er studierte Jura und Staatswissenschaften und wurde schon 1909 Landrat des Posener Kreises Znin (später Dietfurt). Da er aber selbständig dachte und an der damaligen preußischen Polenpolitik Kritik zu üben wagte, wurde er versetzt. Da nahm er seinenAbschied und widmete sich nur der Bewirtschaftung des kurz zuvor im Kreis Schubin (später Altburgund) erworbenen Gutes in Suchorencz.
Als die Provinz Posen 1918/19 polnisch wurde, stellte sich Naumann dem in Posen gegründeten „Deutschen Volksrat“ zur Verfügung. Bald darauf wurde er mit anderen führenden Deutschen von der polnischen Polizei interniert und ins Gefangenenlager Szczypiorno eingeliefert. Nach seiner Entlassung wurde Naumann Vorsitzender des Deutschen Volksrates. Als solcher wurde er schon bei den Parlamentswahlen des Jahres 1922 als Abgeordneter in den polnischen Sejm gewählt, dem er bis 1930 angehörte. Hier konnte er sich voll entfalten. Er wurde bald Vorsitzender der Fraktion der deutschen Sejmabgeordneten und zugleich Wortführer des gesamten Deutschtums in Polen.
Er setzte sich entschieden für die Belange der deutschen Volksgruppe ein. Das war erforderlich, denn das Deutschtum in Polen wurde trotz des polnischerseits 1919 unterzeichneten Minderheitenschutzvertrages laufend unterdrückt. So hat Naumann u.a. auch die erste Minderheitenbeschwerde bei dem Völkerbund in Genf eingereicht. Er führte weiterhin den Deutschen Volksrat, der sich in „Deutschtumsbund zur Wahrung der Minderheitenrechte“ umbenannt hatte. Doch wurde dieser schon 1923 polnischerseits aufgelöst.
Die politische Arbeit wurde nun in Posen und Pommerellen deutscherseits von dem 1925 gegründeten Hauptwahlausschuß und von der Geschäftsstelle der deutschen Sejmabgeordneten und Senatoren in Bromberg geleistet. Als Vorsitzender des genannten Ausschusses und als Sejmabgeordneter trat Naumann als kraftvolle und lautere Persönlichkeit unentwegt für die Rechte der deutschen Minderheit, aber gleichzeitig auch für ein friedliches Zusammenleben mit dem polnischen Volk ein. In Genf wurde er auch Mitbegründer eines Verbandes der deutschen Minderheiten in Europa. Als sich die nationalen Gegensätze zusehends immer mehr verschärften, legte Naumann im Februar 1933 den Vorsitz im Hauptwahlausschuß nieder und zog sich von der politischen Arbeit zurück. Trotzdem wurde er bei Kriegsausbruch am 1. September 1939 wie andere aktive Deutsche von Polen verhaftet und verschleppt. Dabei wurde diese von reinem Idealismus erfüllte Persönlichkeit immer wieder zusammengeschlagen und schließlich als Geisel am 7. September 1939 von polnischen Soldaten erschossen.
 http://kulturportal-west-ost.eu/biographies/naumann-eugen-2
Die überparteiliche "Deutsche Vereinigung". Alle deutschen Abgeordneten im polnischen Sejm und Senat. Bild aus dem Jahr 1926.

Die überparteiliche „Deutsche Vereinigung“. Alle deutschen Abgeordneten im polnischen Sejm und Senat. Bild aus dem Jahr 1926. 1 Joseph Spickermann, 2 Erwin Hasbach, 3 Karl Dacko, 4 Eugen Naumann, 5 Robert Piesch, 6 Karl Stüldt, 7 Kurt Graebe, 8 Sekretärin Kronig, 9 Karl Wlodarz, 10 Kurt Meyer, 11 August Utta, 12 Otto Krajczyrsky, 13 Thomas Szczeponik, 14 Otto Somschor, 15 Johann Rozumek, 16 Jakob Karau, 17 Eugen Franz, 18 Arthur Kronig, 19 Joseph Klinke, 20 Berthold Moritz, 21 Arthur Pankratz, 22 Emil Zerbe, 23 Dr. Georg Busse

 

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ohne Worte

 

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Syrien: Die längst überfällige Abrechnung mit dem Terrorregime Assads.

 In der Nacht vom 20. zum 21. August wurden die Bewohner eines östlichen Außenbezirkes, sechs angrenzenden östlichen Vorstädten sowie einer südwestlich gelegenen Vorstadt von Damaskus von Artilleriefeuer geweckt. Wie immer strömten sie in den Keller der Häuser wo es bezüglich Beschuß mit konventioneller Munition die relativ größte Sicherheit gibt. Doch diesmal setzten Assads-Schergen bei ihren Beschuß Gas ein und dieses war schwerer als Luft. 12 Chemiewaffen-Raketen schlugen ein. Die Straßen, Plätze, sowie die niederen Stockwerke und besonders die Keller der Häuser wurden zur Todesfalle für Hunderte. Eine perfide Todesfalle, gestellt von einem verabscheuungswürdigen Regime, welches das Land seit 42 Jahren beherrscht, welches niemals durch eine freie Wahl vom Volk legitimiert wurde und gegen das die Syrer seit über zwei Jahren kämpfen.

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Der „Tag der nördlichen Territorien“ – Japans normales, gesundes Rechtsverständnis.

Jedes Jahr am 7. Februar finden in Japan Kundgebungen unter Beteiligung der Regierung statt, in denen die Rückgabe der von der Sowjetunion geraubten Inseln gefordert wird.
Chishima-Inseln
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„… Deutschland die angestammten polnischen Gebiete zu entreißen …“ – Polnische Kriegshetze und Expansionsabsichten im Jahre 1932

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Die polnische publizistische Vorbereitung des Raubes Ostdeutschlandes während der Zwischenkriegszeit.

Um sich über die Ursache der Vertreibung der Deutschen aus Ostdeutschland durch die Polen objektiv zu informieren, ist es unerlässlich, sich ein Bild der polnischen Propaganda zu machen, die darauf abzielte, Ostdeutschland zu beanspruchen. Die Vorgeschichte des Landraubes Ostdeutschlands und der Vertreibung seiner deutschen Bewohner 1945 durch Polen beginnt damit, in welcher Weise in der Zeit nach den sogenannten „polnischen Teilungen“ während des 19. Jh. von großen Teilen der polnischen Intelligenz über eine Restauration des polnischen Staates nachgedacht wurde. Für die Zeit bis zum ersten Weltkrieg ist hierzu das Buch von Roland Gehrke als das Standardwerk zu dem Thema besonders empfehlenswert: Roland Gehrke – „Der polnische Westgedanke bis zur Wiedererrichtung des polnischen Staates nach Ende des Ersten Weltkrieges.“ Marburg 2001

https://www.herder-institut.de/fileadmin/user_upload/pdf/vergriffene_Publikationen/Studien_8_Gehrke.pdf

Polnische Dichter, Philosophen, Mystiker, Geistliche, Literaten, usw. nahmen Ostdeutschland als Objekt ihrer Agitation ins Visier. Dichtungen, literarische Analysen und Grenzlandromane mit antideutscher Tendenz entstanden. Daraus entwickelte sich der sogenannte „Westgedanke“ („mysl zachodnia“) als Forderung einer revanchistischen, revisionistischen Bewegung, die diese Gebiete beanspruchte. Sie ergänzten sich dabei mit Historikern, die die Geschichte Polens neu deuteten, den historischen Weg der letzten 500 Jahre, die Ostexpansion, als Irrweg verdammten, plötzlich Preußen-Deutschland als den „tausendjährigen Feind” stigmatisierten und Politikern, die daraus letztlich konkrete politische Forderungen und Konzepte zur „Wiedergewinnung der Westgebiete“ in Programmen erstellten.
In Versailles erbrachte dies für die Polen schon mal erste Erfolge. Posen und Westpreußen wurden dem polnischen Staat zugesprochen. Nicht nur die mehrheitlich polnisch besiedelten Gebiete, sondern auch deutsche. 70% der deutschen Bevölkerung dieser Gebiete – rund eine Million Menschen – wurden noch in den Zwanzigerjahren durch polnische Maßnahmen zum Abwandern nach Deutschland genötigt (schon damals die größte bekannte Menschenverschiebung Europas, aber doch erst ein Vorgeschmack darauf, was in viel größerer und tödlicherer Weise von den Polen ab 1945 verbrochen wurde). Doch damit war die polnische Gier auf deutsches Land keineswegs gesättigt.
Der folgende Artikel wird sich mit der publizistischen Propagandaarbeit der Polen im eigenen Land während der Zwischenkriegszeit auseinandersetzen. Die polnische Agitation wurde naturgemäß von den Heimatvertriebenen am genauesten beobachtet. Der „Deutsche Ostbund war als die größte Heimatvertriebenenorganisation in der Zwischenkriegszeit und vertrat die vertriebenen/verdrängten westpreußischen und Posener Deutschen. Schon oft hatte man auf die polnischen Aktivitäten aufmerksam gemacht. 2 Beispiele dazu. 1930 erschien dieser Artikel:
„Ost-Archiv und Heimatmuseum“ 1930, 4. Folge, S.15 (Beilage des „Ostland“, der Zeitschrift vom „Deutschen Ostbund“)

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Das Verbrechen von Ödenburg

Die Volksabstimmung vom  14. – 16. Dezember 1921 in Ödenburg.

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Der Beitrag Ostdeutschlands zur deutschen und europäischen Geistes- und Kulturgeschichte.

Beitrag von Fritz Gause auf den Seiten  579-597 in:

„Das östliche Deutschland“,

herausgeben vom Göttinger Arbeitskreis 1959

 

Landschaft und Baukunst

Durch Besiedlung aus Mittel- und Nordwestdeutschland, aus Flandern, Holland, später auch aus dem Salzburgischen und der Pfalz erhielt die ostdeutsche Landschaft im Laufe der Jahrhunderte ein neues Gesicht; sie veränderte sich in einem Ausmaß und mit einer Intensität, die etwa mit der Umgestaltung der Agrarlandschaft des 19. Jahrhunderts durch die Industrie vergleichbar ist. In diesem Lande, wo im Laufe der Jahrhunderte durch Zuwanderung und Verschmelzung deutsche Neustämme entstanden, hatte das regelmäßig gebaute, planmäßig angelegte Dorf mit einer vermessenen Gewannflur das unregelmäßige slawische Dorf mit der Blockflur verdrängt, der Scharpflug den Hakenpflug. Entwässerungsarbeiten, Deichbauten und Wassermühlen, Glashütten und Eisenhämmer bewiesen einen Stand der Technik, den das Land vorher nicht gekannt hatte. In wohlbemessenen Abständen lagen in dieser agrarischen Landschaft planvoll angelegte Städte mit Mauern und Toren, Marktplatz und Rathaus.
Die Frage, ob die Slawen schon Städte gehabt haben, ehe die Deutschen ins Land kamen – vielfach von ihnen gerufen -, läuft auf einen Streit um das Wort „Stadt“ hinaus. Die Slawen hatten Handelsorte mit periodischen Märkten, die meist im Schutze einer Häuptlingsburg lagen, von Handwerkern und Dienstmannen bewohnt waren und von reisenden Kaufleuten zu den Marktzeiten aufgesucht wurden. Die Stadt im Rechtssinne mit Selbstverwaltung und einer freien, sozial gegliederten Bürgerschaft ist dagegen erst mit der deutschen Besiedlung nach dem Osten gekommen.
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„… in den Krieg wie zum Tanz“ – Die polnische Presse im Jahre 1939.

Was alles in Polen alleine in den letzten fünf Monaten vor Kriegsausbruch in Zeitungen geschrieben, von hochgestellten Persönlichkeiten öffentlich geredet und in Landkarten plakatiert worden ist, davon hat nicht nur der von der feindlichen, antideutschen  Nachkriegspropaganda erzogene Deutsche so gut wie nichts erfahren. Durch diese „Verschwörung des Schweigens“ ist verhindert worden, daß die Nationen des Westens einmal einen Einblick in die Seele des polnischen Volkes tun konnten, dessen angebliche „bewunderungswerte Ruhe“ und „würdevolle Haltung“ man in England und Frankreich immer wieder gerühmt hat. Tatsächlich sind in Polen nach der englischen Garantieerklärung im März 1939 die vorher halbwegs geschlossenen Schleusen des Deutschenhasses und Expansionsdranges gegen (Ost-)Deutschland wieder einmal weit geöffnet worden. Eine kleine Blütenlese davon, was deutsche Stellen gesammelt haben, ist hier zusammengestellt. Jeder mag sich sein eigenes Bild darüber machen, wie sehr die Wirkung dieser Hetze, die in erster Linie die wehrlose deutsche Volksgruppe in Polen zu spüren bekam, für den Kriegsausbruch mitverantwortlich war.
Wo ist zunächst die moralische Legitimation Polens, fremde Gebiete zu beherrschen ?                                           Die nichtpolnischen Volksgruppen wußten nur von Entrechtung, Unterdrückung und blutigem Terror zu berichten.
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Das Vermächtnis des Wenzel Jaksch.

Rundfunkrede 1) des sudetendeutschen Politikers Wenzel Jaksch (SPD) am 21. November 1966:

Vom Rechtsstandpunkt nicht abgehen.

„… Es kommen von allen Seiten Versuchungen an uns heran, etwa in dem Sinne, daß wir durch Vorleistungen ein besseres Klima gegenüber dem Ostblock schaffen und nach irgendwelchen Wartezeiten dafür durch Entgegenkommen belohnt werden sollen. Unser Standpunkt im Bund der Vertriebenen 2) ist der, daß wir in erster Linie die Aufgabe haben, die Stabilität der Bundesregierung zu sichern, um damit das Bollwerk gegen ein Vordringen des Kommunismus nach Westeuropa zu erhalten. Diese Aufgabe kann nur auf der Basis des unerschütterlichen Rechtsstandpunktes gelöst werden. Sobald wir anfangen, von diesem Rechtsstandpunkt abzugehen, etwa einmal die deutschen Ostgebiete abzuschreiben oder zu sagen, das sudetendeutsche Heimatrecht sei ausgelöscht, wenn wir damit anfangen, kennen wir bereits das Ende. Wir begeben uns auf die schiefe Bahn des Ausverkaufs, des Totalverzichts und schließlich der Anerkennung des Status quo, wie er heute ist. Wir würden die Schleusen der Unmenschlichkeit weiter öffnen. Die Bejahung der Selbstbestimmung ist der einzig denkbare politische und rechtliche Ausdruck des Selbstbehauptungswillens eines Volkes. Wir stehen hier in Deutschland vor der Entscheidung zwischen dauernder Fremdbestimmung, und man kann über diesen Zustand der Fremdbestimmung über große Teile Deutschlands nur hinwegkommen, indem man das Recht auf Selbstbestimmung, auch des deutschen Volkes, vertritt. Ein Drittes gibt es nicht.“
Anmerkungen:
1) Aus einem von Herbert Hupka (MdB der SPD; ab 1972 der CDU) kurz vor dem Tode von Jaksch aufgenommenen Interview für US-Rundfunkstationen.
2) Jaksch war ab 1964 auch Präsident des Bundes der Vertriebenen.
Quelle:
Teilabschrift aus Tonbandaufnahme vom 8. 7. 1966; 10 ms. S.; Bestand des Sudetendeutschen Archivs, München; dortige Archiv-Nr. T 91.
Bild von Jaksch auf dieser Seite neben anderen respektablen Sozialdemokraten, die im Bund der Vertriebenen sich aktiv für das Heimatrecht einsetzten.
http://www.fes.de/archiv/adsd_neu/inhalt/stichwort/seliger-gemeinde.htm
Wenige Tage nach diesem Interview, am 27. November 1966, starb Wenzel Jaksch bei einem Autounfall…
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Ergänzungen zum Artikel über Prof. Warschauer

 

Ergänzung Nr. 2 zum Artikel:

 „Reklameblätter zur Heranziehung deutscher Kolonisten im 17. und 18. Jahrhundert.“

Aus: „Zeitschrift der Historischen Gesellschaft für die Provinz Posen“, XIII. Jg., 1898. Seiten 55-70

Von Geh. Archivrat Prof. Dr. Adolf Warschauer.

Die Einwanderung deutscher Protestanten besonders aus Schlesien, welche seit den dreißiger Jahren des 17. Jahrhunderts dem alten Großpolen eine außerordentliche Menge werthvoller Arbeitskräfte zuführte und die so stark war, daß sie nicht nur in einer großen Reihe von Städten neue Stadttheile begründete, sondern eine Anzahl neuer nicht unbedeutender Städte ins Leben rief, schloß sich in mancher Beziehung eng an das Vorgehen der mittelalterlichen Kolonisatoren an. Das Andenken an die letzteren war im Lande tatsächlich auch nicht erloschen. Der Grundherr Adam Albrecht Przyjemski, welcher im Jahre 1639 deutschen Neuankömmlingen die Stadt Rawitsch zu erbauen erlaubte, berief sich in seinem ihnen ausgestellten Privilegium ausdrücklich darauf, daß die Fremden auch schon früher die Städte Krakau, Lemberg und Posen erbaut und zu Nutz und Frommen der Krone und des Vaterlandes viele andere Grenzorte fundiret hätten. Der Grundriß, nach welchem die Ansiedler des 17. und 18. Jahrhunderts neue Städte im Slavenlande anlegten, war ganz der mittelalterliche. Wie damals bildete ein viereckiger Marktplatz den Mittelpunkt, von welchem die Straßen bis zur Stadtmauer liefen, nur daß jetzt vielfach nicht das Rathhaus, sondern die Kirche die Mitte des Marktes einnahm und augenfällig Zeugniß von den veränderten Beweggründen, welche die Kolonisten jetzt in die Fremde getrieben hatten, ablegte. Auch die Rechtsstellung der Stadt wurde gewöhnlich ganz im mittelalterlichen Sinne geordnet. Es erfolgte, wie in den alten Zeiten, regelmäßig die Exemtion von dem polnischen Landrecht und die Verleihung des Magdeburgischen Rechts durch den Landesherrn, der die Neugründung meist auch mit dem Rechte, mehrere Jahrmärkte abzuhalten, bewidmete.
Nur in dem einen wesentlichen Punkte unterschieden sich die neueren Städtegründungen von den mittelalterlichen, daß der sogenannte Locator des 13. und 14. Jahrhunderts fehlte.
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Ergänzungen zum Artikel über Prof. Warschauer (Schriftenverzeichnis)

Ergänzung Nr. 1 zum Artikel: „Adolf Warschauer…“

 „Adolf Warschauer.“

Aus: „Deutsche Wissenschaftliche Zeitschrift für Polen“, 1930, Heft 20, Seiten 119-142

Von Arthur Kronthal.

Am 13. Oktober 1930 vollendet der frühere Direktor der Staatsarchivs in Danzig, der Geheime Archivrat Professor Dr. Adolf Warschauer, sein fünfundsiebzigstes Lebensjahr. Wer den Jubilar kennt, sieht, wenn er seinen Namen nennen hört, vor seinem innern Auge den Begründer, berufendsten Vertre­ter und Altmeister der Posner Provinzialgeschichts-Forschung: den feinsinnigen stillen Gelehrten, den überall verehrten liebens­werten Menschen von vornehmer Gesinnung, wahrhaftem Seelen­adel, hoher Kultur und feinstem Taktgefühl; den freundlich­liebenswürdigen Plauderer voll sonnigen Humors, den milden, abgeklärten, wohlwollenden Beurteiler seiner Umwelt und den in allen Lebenslagen unbedingt zuverlässigen Freund, der jedes ungünstige Wort und jeden Klatsch auch über Fremde immer weit von sich weist, getreu der Mahnung Lavaters: „Sprich nichts Böses von einem Menschen, wenn du es nicht gewiß weißt; und wenn du es gewiß weißt, so frage dich zuvor, ob es auch einen gemeinnützigen Zweck hat, es zu erzählen.“ Wie mit der Landesgeschichte im allgemeinen, so bleibt Warschauers Name auch im besondern eng mit der Geschichte des Posener Rathauses verbunden, bei dessen Wiederherstellungs-Bauten in den Jahren 1910 bis 1913 seine Forschungsergebnisse und seine hierauf begründeten Ratschläge weitgehende Berück­sichtigung fanden 1) . So u. a. im Hauptgeschoß bei der Vereinigung der beiden Hallen hinter der Ostfront und bei der Ausgestaltung des in mehrere Zimmer und Korridore aufgeteilt gewesenen ehe­maligen „Königsaals“ zu dem jetzigen repräsentativen Empfangs­raum des Stadtoberhaupts.
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Zur Erinnerung an Prof. Warschauer

Warschauer

 

Zum 80. Todestag von Prof. Adolf Warschauer

Aus: Ostland“, 1931, Nr. 1, Seite 9

Geheimrat Professor Adolf Warschauer, der jahrzehntelang als Archivrat am Posener Staatsarchiv gewirkt und in der Erforschung der Posener Provinzialgeschichte wie der Geschichte des Ostens       über­haupt Großes geleistet hat, der dann acht Jahre lang Direktor des Staatsarchivs in Danzig war, während des Krieges die polnischen Archive in Warschau leitete, und der seit 1920 in Berlin (Lützowplatz 27) im Ruhestände lebte, ist in der Nacht zum zweiten Weihnachtsfeiertage nach kurzer akuter Krankheit sanft entschlafen. Er war am 13. Oktober 1855 in Kempen geboren, war also ein Sohn der Provinz Posen. Den größten Teil seiner Jugend, fast zwei Jahrzehnte lang, brachte er in Breslau zu, wo eine dort verheiratete ältere Schwester seiner Mutter seine Erziehung übernommen hatte und wo er das Elisabethgymnasium und die Universität besuchte. Nachdem er mit Genehmigung von Sybels sich im Staatsarchiv in Breslau auf die Archivlaufbahn vorbereitet hatte, wurde er im Februar 1882 probe­weise und nach drei Monaten endgültig als Hilfsarbeiter am Staatsarchiv in Posen angestellt, 1886 zum Archivar, 1901 zum Archivrat und 1911 zum Geheimen Archivrat ernannt. 1912 wurden seine großen Verdienste durch Ernennung zum Direktor des Staatsarchivs in Danzig anerkannt. Während seiner ganzen beruflichen Tätigkeit hat er sich fast ausschließlich der Erforschung der Geschichte des Ostens und der Klarstellung der früheren polnischen Verhältnisse einerseits und der deutschen Verhältnisse des Ostens andererseits gewidmet. Er hat das mit einer Objektivität und Gründlichkeit getan, die vorbildlich ist. Warschauer war Mitherausgeber des großen Urkundenwerkes über Südpreußen „Das Jahr 1793“, Redakteur der „Historischen Zeitschrift der Provinz Posen“ und der „Historischen Monatsblätter“, die ebenso wie jene von der Historischen Gesellschaft in Posen herausgegeben wurden, deren Seele und deren langjähriger Vorsitzender er war.

Das Staatsarchiv befand sich im Posener Residenzschloss

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Das Recht auf die Heimat – Heimatrecht ist Menschenrecht und Völkerrecht!

Das Recht auf die Heimat ist ein Begriff des Völkerrechts. Viele Völkerrechtler (u.a. Kurt Rabl, Dieter Blumenwitz, Dietrich Murswiek, Rudolf Laun, Herbert Kraus, Theodor Veiter, Otto Kimminich, Felix Ermacora, Alfred de Zayas, Marc Lengerau und Frans du Buy) bekräftigen ein Recht auf die Heimat als Ausdruck des Selbstbestimmungsrechtes. Nichtsdestoweniger ist es nicht positiviert, d.h. in Rechtstexte eingegangen.
Völkerrechtlich wird das Recht auf Heimat in zwei Normen unterteilt:
1. das Abwehrrecht\Primärrecht: das Recht in der Heimat zu bleiben, was einem Vertreibungsverbot gleichkommt
2. das Sekundärrecht: das Recht, in den vorherigen Stand zurückversetzt zu werden, wenn das Primärrecht verletzt worden sein sollte, d.h. Rückkehr und Entschädigung.
Seit der Haager Landkriegsordnung von 1907 gilt implizit ein Vertreibungsverbot.
Quelle: Metapedia

Fortsetzung folgt.

Vertriebenenmahnmal Unterretzbach frühmorgens

Die Verbreitung des deutschen Volkes in Ostmitteleuropa vor der Vertreibung

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Siedlungsgebiete der Völker und Unrechtsgrenzen zweier Staaten vor dem Krieg

Siedlungsgebiete der Völker und Unrechtsgrenzen zweier Staaten vor dem Krieg

Ostdeutschland

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